Samstag, 31. Oktober 2009

Wer kennt den fremden Mann?

Carl blickte fassungslos auf die Anzeigentafel! Letzter! Das Pferd auf das er gesetzt hatte wurde Letzter. Mit weitem Abstand Letzter! Er konnte es nicht fassen. Er hatte viel riskiert und viel verloren. Dabei sollte das Pferd doch der heiße Tipp sein! Und nun entpuppte er sich als lahmer Ackergaul. „Warum kann ich nicht auch einmal Glück haben“ murmelte er leise vor sich hin. Er hätte das Geld wirklich gut gebrauchen können. Verdammt gut!


„Na, wohl kein Glück gehabt wie?“ Carl bemerkte erst jetzt den groß gewachsenen Typen neben sich.

„So ist das eben beim Pferderennen. Mal gewinnt man, mal verliert man“ hörte Carl sich sagen. Dabei fragte er sich, warum ausgerechnet er immer verliert.

„Hmmm. So ist das. Die einen mehr, die anderen weniger!“ sagte der Fremde neben ihn und blickte ihn vielsagend an.

„Und zu welcher Kategorie zählen Sie?“ fragte Carl.

„Ich achte streng darauf möglichst immer zur ersten Kategorie zu zählen. Gelingt nicht immer, aber meistens“.

„Ach ja, und wie machen Sie das?“ fragte Carl. „Letztlich ist es doch nur ein Glücksspiel und das Glück kann niemand erzwingen, oder?“

„Das stimmt“ sagte der Fremde „ das Glück lässt sich nicht zwingen, aber berechnen!“

„Ach ja? Und wie soll das gehen? Verraten Sie mir Ihr Geheimnis?“ fragte Carl neugierig.

„Gemach, gemach. Soweit sind wir noch nicht! Gestatten Sie mir zuerst noch eine Frage: Nachdem Sie heute verloren haben, würden Sie nochmal wetten?“

„Ganz ehrlich? Ich glaube, ich lasse zukünftig lieber die Finger von sowas. Bringe mein Geld lieber zur Bank und lege es brav auf mein Sparbuch!“

„Hmmm, verstehe. Typ 1“ meinte der Fremde und schmunzelte während er genüsslich an seiner Pfeife schmauchte.

„Typ1?“ fragte Carl.

„Hmmm, Typ 1. Der Verlustezementierer!“

„Verlustezementierer?“ Das Wort hatte Carl noch nie gehört. Er blickte den Fremden neugierig an.

„Ja. Sag ich doch. Verlustezementierer. Er hat auf das falsche Pferd gesetzt und nun will er das Rennen gewinnen indem er nun mit einem Maulesel an den Start geht. Kann natürlich nicht funktionieren. Damit zementiert er den Verlust!“ meinte der Fremde mit ruhiger Stimme. „Sie sind also ein Verlustezementierer!“

„So würde ich das nicht sagen. Ich bin eher …. Ach, was weiß ich, zumindest wäre das Geld dort sicher und würde Zinsen abwerfen! Beim Glücksspiel ist ja eben doch alles nur Glück oder soll ich sagen Lug und Betrug? Schall und Rauch?“ meinte Carl ein wenig genervt.

„Hmm. Verstehe. Typ 1 in Verbindung mit Typ 2!“. Wieder blickte der Fremde Carl dabei vielsagend an.

„Und was bitte schön ist nun Typ 2?“

„Bettnässer. Gewollt, aber nicht gekonnt. Trifft man häufiger auf der Pferderennbahn. Aber nicht nur da. Auch im Casino oder an den Börsen.“

„Und Sie sind natürlich weder das eine noch das andere! Stimmt´s?“ Carl´s Stimme klang nun ein wenig höhnisch.

„Stimmt. Das haben Sie gut bemerkt. Ich sehe bei Ihnen ist ja doch noch nicht alles verloren!“ Der Fremde grinste Carl frech an, um alsbald wieder an seiner Pfeife zu schmauchen. Carl wusste nicht, was er von diesem Typen halten sollte. War er nur ein Großmaul oder wusste er vielleicht doch mehr? Carl war sich noch unschlüssig, aber irgendwie schien der Fremde mehr zu wissen. Und Carl wollte zumindest herausfinden, ob das so war.

„Und? Was würden Sie nun an meiner Stelle tun?“

„Zwei Sachen“ sagte der Fremde. „Erstens. Sie haben irgendwann beschlossen das Spiel zu spielen. Also müssen Sie es auch zu Ende spielen. Wer A sagt muss auch B sagen!“ Dabei sah er Carl direkt ins in die Augen. Dieser Blick ging Carl durch und durch. Er hatte das Gefühl der Fremde konnte bis in sein Innerstes sehen.

„Und Zweitens?“ fragte Carl und versuchte dabei dem Blick des Fremden standzuhalten. Er konnte aber förmlich fühlen wie seine Augen unsicher flackerten.

„Denken! Das Spiel verstehen und es dann konsequent zu Ende spielen!“ Während der Fremde das sagte tippte er sich mehrfach mit dem Zeigefinger gegen die Stirn. „Warum haben Sie auf dieses Pferd gesetzt?“

„Ich hielt es für eine gute Idee!“

„Warum?“

„Keine Ahnung, warum. Ich hielt es einfach für ne gute Idee. Ich hörte wie jemand im Wettbüro sagte, der Gaul sei ein ganz heißer Tipp.“ Als Carl sich das sagen hörte, war er sich der Idiotie seiner Worte bewusst.

„Würden Sie nochmal auf den Gaul setzen?“

Was für eine Frage dachte sich Karl! „Na klar, macht ja auch Sinn dem Loosergaul noch mehr Geld hinterher zu werfen! Wo ich offenbar sowieso ein bisschen bescheuert bin!“ Carl´s Stimme und Stimmung war sichtlich gereizt! Hielt der Typ ihn für völlig bescheuert?

„Also ich würde“.

„Bitte was?“ Carl konnte es kaum fassen. Der Typ machte hier einen auf großen Zampano und meint dann tatsächlich er würde nochmal auf den Gaul setzen? „Da müsste man doch komplett bescheuert sein! Der Ackergaul kam mit weitem Abstand als Letzter ins Ziel!“

Nun ergoss sich ein wahrer Redeschwall über Carl. Aus welcher Zucht das Pferd kam, was von dem Jockey zu halten ist, warum das heute nicht geklappt hat, warum das Pferd aber Potential hat. Und, und, und.

Carl konnte es kaum glauben. „Sie wissen wohl alles über dieses Pferd?“

„Nein, aber so viel wie möglich. Deswegen würde ich auch nochmal auf ihn setzen.“

„Und wenn Sie dann wieder verlieren?“ fragte Carl ein wenig ungläubig.

„Dann verdopple ich meinen Einsatz und setze wieder auf ihn!“ Wieder zog der Fremde genüsslich an seiner Pfeife. „Weil ich aber in Betracht ziehe, dass trotzdem ein anderes Pferd gewinnen kann, setze ich niemals alles auf ein Pferd“.

„Verstehe. Sie spielen also immer gut begründet mit System!“ Carl dämmerte es, was er in der Vergangenheit falsch gemacht hatte. Er hatte sich immer auf irgendwelche ultimativen Tipps verlassen, die er irgendwo aufschnappte. Natürlich immer in der Hoffnung, dass Glück könnte es diesmal auch mal gut mit ihm meinen und ihn von heute auf morgen reich machen. Ihm wurde klar, dass das so nichts werden konnte.

„Verstehe. Und über die anderen Pferde wissen Sie natürlich auch bestens Bescheid! Trotzdem können Sie sich doch irren oder irgendwas läuft einfach schief? Das kann man doch nicht ausschließen, oder?“

„Nein, ausschließen kann man das nicht. Aber berechnen. 80 Prozent der Rennen werden von 20 Prozent der Pferde gewonnen.“

„Und woher wissen Sie, welche die 20 Prozent sind? An diesem einen Tag, bei diesem Rennen?“

„Ich kenne die Pferde, ich kenne das Geläuf und seine Besonderheiten. Ich weiß wie das Wetter ist, ob es heiß ist oder kalt, ob es regnet oder die Sonne scheint, von wo der Wind kommt und vieles mehr!“

„Hmmm, so allmählich begreife ich“ meinte Carl „und damit gewinnen Sie in jedem Rennen?“

„Nein!“ prustete der Fremde „das muss ich nicht. Es genügt, wenn ich häufiger gewinne als verliere.“

„Und das ist alles? Das ist ja im Grunde ganz leicht!“ Carl war neugierig geworden. Extrem neugierig. Der Fremde neben ihm schien das ultimative Erfolgsgeheimnis zu kennen. Und verdammt nochmal, er wollte es erfahren. Und zwar alles!

„Nein, leicht ist es nicht, nur im Grunde ganz einfach. Die guten Dinge sind eben immer ganz einfach.“

„Und das ist alles, was man wissen muss, um sicher reich zu werden?“ Carl konnte es kaum glauben, dass es so einfach sein sollte. Er hatte seine Frage kaum zu Ende gesprochen, da brach der Fremde neben ihm in lautes Gelächter aus.

„Aha! Es ist also doch nicht so einfach! Is´ ja klar, wenn es so einfach wäre, dann würde es ja jeder so tun“.

„Nein. Das ist eben der Unterschied. Jeder würde es so tun, wenn es leicht wäre!“

Carl blickte fasziniert in das Gesicht des Fremden und nickte zustimmend. Dann ging sein Blick wieder gerade aus und er blickte Gedanken verloren auf die Rennbahn. Was der Fremde ihm in den letzten Minuten so gesagt hatte, kreiste nun in seinem Kopf. Schließlich murmelte er: „Das ist also das ganze Geheimnis, um sicher reich zu werden“. Er blickte den Fremden dabei fragend an.

„Nein, SICHER reich werden Sie mit anderen Mitteln und Wegen.“

„Aber sagten Sie gerade nicht …“ Carl kam gar nicht dazu seinen Satz zu beenden.

„Nein. Das sagte ich nicht. Ich erzählte Ihnen wie Sie das Spiel spielen müssen, wenn Sie sich schon entschlossen haben, das Spiel überhaupt zu spielen.“ Wieder schmunzelte der Fremde.

„Also wird man mit dem Spiel gar nicht reich?“ Carl war nun völlig verwirrt. Und irritiert. Sollte sich das ultimative Geheimnis für Reichtum und Erfolg schon wieder in Luft auflösen bevor er es überhaupt hatte?

„Doch, kann man. Ich kenne allerdings niemanden, der das Spiel spielt um reich zu werden. Man spielt das Spiel, weil man das Spiel liebt.“ Während er das so in ruhigem Ton sagte, blickte er auf seine Uhr. „Höchste Zeit für mich zu gehen. War mir ein Vergnügen Sie kennengelernt zu haben“. Der Fremde nickte ihm freundlich zu, drehte sich um und ging mit ruhigem, festen Schritt davon.

Carl blickte ihm fasziniert hinterher. Plötzlich durchzuckte es ihn. Er wusste überhaupt nichts von dem Fremden. Nicht einmal seinen Namen. Er rief dem Fremden hinterher: „Wie heißen Sie? Wie ist Ihr Name?“ Im Gehen drehte sich der Fremde leicht herum, doch statt zu antworten hob er nur seinen Arm und winkte Carl kurz zu, um sogleich seinen Weg wieder fortzusetzen.

Ein Schuss peitschte durch die Luft. Der Startschuss. Schlagartig katapultierte er Carl wieder in die Gegenwart. Seltsam, dass er gerade heute mal wieder an den Fremden denken musste. Seit dem ist einige Zeit vergangen. Carl hatte den Rat des Fremden befolgt. Das Spiel gespielt. Und er hatte gewonnen. Zumindest deutlich öfter als er verloren hatte. Und er liebte das Spiel. Er hätte von dem Fremden aber gerne noch erfahren, was das Geheimnis für sicheren Reichtum ist. Aber egal auf welcher Rennbahn er auch war, dem Fremden ist er nie wieder begegnet. Kennen Sie den Fremden?

(Copyright by Holger Lang)
 
Herzliche Grüße
Holger Lang

Dienstag, 25. August 2009

Banken und Versicherungen sind ...

Bittet man Menschen diesen Satz zu vollenden, dann hört man sehr oft: "Alles Ganoven und Verbrecher". Oder: "Ein notwendiges, aber vor allem lästiges Übel" und ähnliche Aussagen.

Über Banken und Versicherungen zu schimpfen ist allgemeiner Volkssport. Jeder tut es! Jeder hat aber auch den einen oder anderen Spar- und Versicherungsvertrag. Offenbar ist also der eigener Anbieter, der eigene Berater, der eigene Vertreter die rühmliche Ausnahme. Das mag sogar so sein. Trotzdem sind alle Teil des Systems. Und dieses System hat grundsätzlich vor allem ein Ziel: Verkaufen! Verkaufen! Verkaufen! Je mehr desto besser!

Dazu werden zwei mächtige Verbündete genutzt: Unsere Angst und unsere Gier. Für unseren finanziellen Erfolg zwei denkbar schlechte Ratgeber, denn sie schalten nicht nur unseren Verstand aus, sie kosten auch richtig Geld. Einzigster und bester Schutz: Wissen!

Also informieren Sie sich, vergleichen Sie, seien Sie kritisch, schauen Sie genau hin, kaufen Sie nur, was Sie auch wirklich verstanden haben. Seien Sie nicht zu gierig und lassen Sie sich keine Angst einjagen. Vor allem aber: Denken Sie immer daran. Es ist Ihr Geld. Übernehmen Sie für Ihr Geld auch die Verantwortung. Geben Sie diese Verantwortung aus der Hand, dann haben Sie meistens schon verloren, denn in der Finanzdienstleistungsbranche will man nicht unbedingt das Beste für Sie, sondern Ihr Bestes, Ihr Geld.

Herzliche Grüße

Holger Lang

Finanzkrise: Hat der Markt versagt?

Viele sehen in der Finanzkrise ein Marktversagen. Das stimmt aber nicht. Der Markt funktioniert. Nach oben, aber eben auch nach unten!

Andere wiederum machen dumme, gierige und gewissenlose Banker verantwortlich. Aber auch das ist Unfug! Banker unterscheiden sich grundsätzlich nicht vom Rest der Menschen. Wer hier die Ursache sieht, der müsste eigentlich dann die Ursache auch bei sich selbst suchen.

Was bleibt nun wirklich als Erkenntnis aus der Finanzkrise?

Eigentlich nur: Nach der Krise ist vor der Krise, denn die nächste Krise kommt bestimmt. Schon deshalb, weil man weiterhin nur an den Symptomen herumdoktert, nicht aber an der eigentlichen Ursache.

Grüße
Holger Lang

Deutschland, Deutschland. Mir graut vor Dir.

Verbraucher brauchen Orientierung. Zum Beispiel bei der Vermögensbildung und Altersvorsorge. Schließlich ist das Thema komplex und das Wissen vieler Kunden eher schwach ausgebildet.

Verbraucherschützer haben deswegen den Versuch unternommen Geldanlageprodukte einer Ampelkennzeichnung zu unterziehen. Unabhängig von den Ergebnissen dieser Kennzeichnung ist das grundsätzlich zu begrüßen. Nur, tatsächlich lenkt es vom eigentlichen Kernproblem ab, denn die viel wichtigere Frage ist eigentlich:
Warum gibt es keine einfachen, verständlichen und transparenten Anlage- und Altersvorsorgeprodukte?

Weil es nicht unbedingt im Interesse der Anbieter ist die Kunden reich zu machen, sondern vor allem sich selbst. Diese wäre an sich nicht verwerflich, wenn es für die Kunden auch hinreichend einträglich wäre. Das ist es oftmals aber nicht. Im Gegenteil. Vielfach sind die Renditen erbärmlich. Und nur allzu oft bleibt für den Kunden nur die Erkenntnis: Außer Spesen nichts gewesen! Aber immerhin staatlich gefördert.

Meines Erachtens ein klarer Fall von Politikversagen. Einerseits "erzwingt" der Staat immer mehr private (kapitalgedeckte) Vorsorge, fördert diese auch durch Zulagen und Steuervorteile, ist aber dann nicht in der Lage (oder willens?) auch für einfache, verständliche, transparente und preiswerte Produkte zu sorgen.

Aber vielleicht ist das Ganze auch nur eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die Verbraucherschützer haben zu tun, die Rechtsanwälte, die Steuerberater, die Gerichte, die Journalisten, die Anbieter und Ihre Abschlußvermittler, die Rating-Agenturen, die Aufsichtsämter, die Ombudsmänner, die Beamten und Staatssekretäre, die Politiker, die Lobbyisten, die Druckereien, die Marketing- und Werbeagenturen und noch viele, viele mehr.

Die guten Dinge sind immer einfach, weil einfach einfach besser ist. Nur, wenn es einfach wäre, was sollten dann diese ganzen Leute arbeiten? Also läßt man die Welt mal lieber schön komplex und kompliziert. Und wenn man neue Arbeitsplätze braucht, dann macht man die Welt einfach noch ein bißchen komplizierter!

Was auf der Strecke bleibt ist der Kunde, der Bürger, der Mensch. Deutschland, Deutschland .... mir graut vor Dir.

Samstag, 9. Mai 2009

Worum es bei der Altersvorsorge wirklich geht

Um die Frage wie Sie Ihren Urlaub verbringen wollen!

Als Arbeitnehmer/ Angestellter haben Sie in der Regel 30 Tage Urlaub im Jahr. Als Rentner 365 Tage. Und das für 15, 20 oder gar 30 Jahre! Wie wollen Sie diesen Urlaub verbringen?

Darum geht es eigentlich beim Thema Altersvorsorge. Sekt oder Selters, Balkonien oder Kreuzfahrtschiff, Südsee oder Baggersee, Luxushotel oder Jugendherberge, Wohnmobil oder Camping-Zelt.

Die Wünsche und Vorstellungen über einen perfekten Urlaub sind sicherlich individuell sehr verschieden. Schön ist es auf jeden Fall, wenn man individuell frei wählen kann wie man den Urlaub gestaltet und verbringt.

Diese Entscheidung trifft man im wesentlichen jetzt, nicht erst in 20 oder 30 Jahren, wenn man in Rente geht. Verläßt man sich bei der Finanzierung dieses Urlaubes nur auf die gesetzliche Rente hat man unter Umständen keine Wahlmöglichkeiten. Zumindest sind sie dann deutlich eingeschränkt.

Aber wie gesagt, es ist Ihr Urlaub. Sie entscheiden.

Herzliche Grüße
Holger Lang

Wie man sich richtig versichert

Wir Deutsche versichern uns gerne. Nach Möglichkeit gegen alles. Spötter sagen, wir hätten eine Vollkaskomentalität. Immerhin gibt der Deutsche (ohne Kranken- und Autoversicherung) pro Jahr mehr als 2.000 EUR für Versicherungen aus. Unsere Angst ist ein profitables Geschäft. Für uns ist sie ein Hemmnis auf dem Weg zu finanziellem Erfolg, denn sie bindet Gelder, die woanders häufig sinnvoller investiert wären.

Wie versichert man sich also richtig?

Zunächst einmal: Indem man sich keine Angst einjagen läßt, sondern nüchtern die Fakten betrachtet. Dazu betrachtet man zunächst für die einzelnen Versicherungsrisiken

a) die Schadenquote (Verhältnis der Schadenzahlungen zu den Beitragseinnahmen)
b) den durchschnittlichen Schadenaufwand
c) die Beitrags-Risiko-Relation

Mit Hilfe dieser Zahlen lassen sich die einzelnen Versicherungsrisiken grundsätzlich in
a) existenzerstörend
b) existenzgefährdend
c) unangenehm
d) selbst tragbar
e) nicht versicherbar

klassifizieren. Erst dies ermöglicht eine fundierte Risikoanalyse.

In Verbindung mit der ganz persönlichen Einkommens- und Vermögenssituation kann dann die Frage geklärt werden: Was kann ich selber tragen, was will ich selber tragen?

Schaut man sich die Zahlen für die einzelnen Versicherungsrisiken an, stellt man fest, daß viele Versicherungsrisiken weit weniger dramatisch sind als man gemeinhin denkt. Man könnte auch sagen: Man jagt uns absichtlich Angst ein, um ...

Konzentriert man sich auf die wirklich wichtigen Risiken, wählt man für diese Risiken gute und preiswerte Angebote, kann man bei seinen Versicherungsausgaben kräftig Geld sparen. Und lebt mit Sicherheit nicht unsicherer. Im Gegenteil. Schließlich kann man mit dem gesparten Geld Dinge machen, die deutlich angenehmer sind als Versicherungen zu bezahlen.

In diesem Sinne ... seien Sie mal nicht zu ängstlich.

Herzliche Grüße
Holger Lang

Warum Banken gerne konzerneigene Fonds verkaufen

Weil sie damit Geld verdienen! Klar, logisch! Deswegen wird dieses Argument auch gerne zur Erklärung verwendet. Als Abschlußvermittler verdient die Bank über den Ausgabeaufschlag, den der Anleger bezahlt. Das wäre aber auch bei einem konzernfremden Fonds der Fall. Da muß also mehr sein.

In der Regel fungiert die Bank für die konzerneigene Fondsgesellschaft auch als depotführende Bank, was natürlich auch mit Einnahmen verbunden ist. Auch diese Tatsache ist natürlich eine Erklärung. Man könnte aber auch zu ganz anderen Erklärungen kommen.

Banken sind über Aktienbesitz an vielen Unternehmen beteiligt. Bekanntermaßen müssen diese Beteiligungen ab einer bestimmten Größenordnung offengelegt werden. Könnte man diese Offenlegungspflicht umgehen, wenn nicht die Bank die Aktien erwirbt, sondern ein konzerneigener Fonds?

Nun kann ein Fonds von einem Unternehmen nicht beliebig viele Aktien kaufen. Erklärt das, warum viele Fondsgesellschaften z.B. mehrere Aktienfonds Deutschland haben, die oftmals in dieselben Aktien investiert sind?

Andere Gedanken:
Wenn die Bank sich von in ihrem Besitz befindlichen Aktien trennen möchte, könnte sie über ihre Fondsgesellschaft die Kurse nach oben treiben, um einen möglichst guten Verkaufspreis zu erzielen?

Könnte umgekehrt die Fondsgesellschaft durch massive Aktienverkäufe dafür sorgen, daß die Bank gewünschte Aktien günstig einkaufen kann?

Könnten Fondsmanager gegenseitig Kurspflege betreiben? Also durch bestimmte Käufe und Verkäufe die Performance der Fonds pushen?

Nein. Das sind ganz bestimmt nur wilde Spekulationen und Verschwörungsgedanken. Das geht selbstverständlich gar nicht und wird sowieso auch nicht gemacht.

Herzliche Grüße
Holger Lang